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ACHTUNG! TERMINVERSCHIEBUNG!
Aufgrund des Aufrufes der Regierung vom 10. März 2020 zum Wohle der Gesundheit soziale Kontakte auf ein geringes Maß zu reduzieren, sehen wir uns veranlasst den Vortrag „Die Zweite Gesellschaft in der Donaumonarchie“ von Arno Georg Kerschbaumer auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Sobald sich die Lage normalisiert hat, erfolgt eine erneute Einladung.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Am Donnerstag, den 19.3.2020 ist der „ADLER“ wieder ab 17:00 Uhr geöffnet. Diesmal haben wir ab 18:00 Uhr Herrn Arno Georg Kerschbaumer zum Thema „Die zweite Gesellschaft in der Donaumonarchie“ gewinnen können. Zu Wort kommt damit nicht nur ein Autor vieler Bücher, sondern auch der neue Vorsitzende der Mandatarie Graz. Auch hier sind Gäste willkommen! .

Rückfragen und Rückmeldungen bitte wieder an unsere Emailadresse: event@adler-wien.at.

Zum Inhalt:

Das Ende der Donaumonarchie im November 1918 brachte nicht nur den katastrophalen Zusammenbruch jahrhundertelang gewachsener geografischer und ethnischer Strukturen, sowie einer radikalen und abrupten Änderung der Staatsform und der Verfassung, sondern es bedeutete auch das Ende einer gesellschaftlichen Ordnung, von der insbesondere eine soziale Gruppe betroffen war, die in der heutigen Elitenforschung als sogenannte „Zweite Gesellschaft der Donaumonarchie“ zunehmend in den Blickpunkt intensiverer Forschungsarbeit rückt.

Sie war das personelle Reservoir der Monarchie und seit dem beginnenden 19. Jahrhundert auch eine neue Elite und setzte sich aus Mitgliedern des Militärs, der Beamtenschaft, der Wirtschaft sowie Künstlern und Intellektuellen zusammen. Der krönende Höhepunkt einer Karriere dieser Personen war die Erhebung in den österreichischen oder ungarischen Adelsstand, die Verleihung eines Ordens oder Berufstitels, die der Kaiser und König vergab. Die Grenzen dieser Gruppe waren fließend. Sie umfasste sowohl Mitglieder des einfachen alten Adels, als auch Aufsteiger aus Kleinbürger- oder Bauernstand, die als Militärs oder Beamten reüssiert oder eine ausgesprochen glückliche Hand bei der Errichtung eines imposanten Wirtschaftsunternehmens gezeigt hatten. Eine deutliche und fast unüberbrückbare Grenze trennte die „Zweite Gesellschaft“ von der eigentlichen Aristokratie, dem Hofadel oder „Ersten Gesellschaft“. Eheschließungen innerhalb dieser beiden Gruppen bestätigten als Ausnahme eigentlich nur die Regel.

Im Jahre 1919 traf das Adelsaufhebungsgesetz den alten und hohen Adel, gegen den es im Hauptaugenmerk gerichtet war, eigentlich nur peripher. Dieser blieb vor allem im Verband seiner bisherigen Lebenswelt als Schlossherr, Guts- und Herrschaftsbesitzer das, was er auch früher gewesen war. Der „Zweiten Gesellschaft“ hingegen wurde jenes Quäntchen Sozialprestige, das in jahrzehntelanger Dienstleistung und Loyalität gegenüber dem Herrscherhaus erworben worden war, genommen.

Ihr
Heribert Steinbauer
Beauftragter Mitgliederaktion

Posted on: 19. Januar 2020